BEKÄMPFUNG DES EICHENPROZESSIONSSPINNERS
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter, dessen Raupen bevorzugt an Eichen leben. Charakteristisch ist ihr namensgebendes Verhalten: Sie bewegen sich oft in langen Prozessionen hintereinander. Problematisch wird die Art durch die Brennhaare, die die Raupen ab dem dritten Larvenstadium ausbilden. Diese mikroskopisch kleine giftige Haare, welche bei Menschen starke Hautreizungen, Augenentzündungen und Atembeschwerden auslösen können und auch über lange Zeit wirksam bleiben. In Brandenburg hat sich der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet, begünstigt durch milde Winter und trockene, warme Frühjahre. Neben den gesundheitlichen Risiken kann ein massenhafter Befall auch die Vitalität der Eichen schwächen, da die Raupen große Mengen an Blättern fressen. Die Bekämpfung erfolgt daher gezielt und abgestuft. In Parks, an Straßen, auf Schulhöfen oder Spielplätzen stehen der Schutz der Bevölkerung und präventive Maßnahmen im Vordergrund. Je nach Befallsstärke kommen mechanische Verfahren wie das Absaugen der Nester oder – zeitlich begrenzt im Frühjahr – der Einsatz geeigneter biologischer oder chemischer Mittel zum Einsatz. In Wäldern wird meist zurückhaltender eingegriffen, da der Artenschutz und ökologische Zusammenhänge berücksichtigt werden müssen. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem das Monitoring, mit dem Fachbehörden die Entwicklung der Population beobachten und Gefahren frühzeitig erkennen. Durch die Kombination aus Artkenntnis, Gesundheitsvorsorge und fachgerechter Bekämpfung versucht Brandenburg, die Auswirkungen des Eichenprozessionsspinners wirksam zu begrenzen.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB).
