Alle paar Jahre zieht es mich im Herbst in den wilden Grumsin. Als Teil des UNESCO-Weltnaturerbes gehört dieser seit Jahrzehnten weitgehend ungestörte Buchenwald zu den eindrucksvollsten Waldgebieten Brandenburgs und bietet ideale Bedingungen für die Landschafts- und Wildnisfotografie.

Anders als in den Sommermonaten, in denen ich oft mit der Kamera auf der Suche nach Raritäten und speziellen Arten unterwegs bin, nehme ich mir im Herbst bewusst Zeit für die Fotografie und lasse mich einfach nur überraschen. Es geht mir dann nicht darum, möglichst viele Motive zu sammeln, sondern die Stimmung des Waldes wahrzunehmen und fotografisch umzusetzen. Der Grumsin ist kein Urwald, sondern befindet sich erst seit der vollständigen Nutzungseinstellung langsam in der Terminal- und Zerfallsphase und so auf dem Weg zu neuer Wildnis. Dadurch verändert sich sein Erscheinungsbild alle paar Jahre spürbar und der Wald heutzutage sieht ganz anders aus, als bei meiner ersten Wanderung dort im Jahr 2009.
Hohe, klare Buchenstämme, offene Räume zwischen ihnen und sanfte Geländestrukturen prägen den Charakter dieses Gebietes und eröffnen zahlreiche fotografische Möglichkeiten. Besonders in den
frühen Morgenstunden, wenn Nebel von den Feldern in den Wald zieht und das Licht nur zögerlich durch das geschlossene Kronendach fällt, entstehen ruhige und atmosphärische Szenen. Der Herbst
bringt dabei jedes Mal eine breite Farbpalette mit sich – von satten Gelb- und Orangetönen bis hin zu dunklen, erdigen Nuancen. In Verbindung mit gedämpftem Licht und feuchter Luft wirken viele
Motive zurückhaltend und harmonisch.
Mehrfach war ich bei unterschiedlichen Wetterlagen im Grumsin unterwegs. Nebel, Nieselregen und windstille Phasen sorgten dafür, dass sich bekannte Orte immer wieder neu präsentierten. Gerade
diese leisen Veränderungen machen für mich den Reiz der Landschaftsfotografie im Grumsin aus. Es ist kein Ort für schnelle Bilder. Seine Stärke liegt in der Ruhe und der Größe des Gebietes. Als
UNESCO-Weltnaturerbe ist er nicht nur ein besonders geschütztes Gebiet, sondern auch ein Ort, der zum Entschleunigen einlädt.









