TÜP Lieberose – Artenvielfalt zwischen Sand, Heide und Birkenwald

Dieses Jahr zog es mich erneut auf die ehemaligen Truppenübungsplätze, die zahlreich in Brandenburg zu finden sind. Wie schon 2024 reizte mich vor allem die Lieberoser Heide und die nahegelegene, etwas kleinere Reicherskreuzer Heide. Für mich gehören beide Gebiete zu den eindrucksvollsten Offenlandschaften Brandenburgs und boten auch diesmal wieder zahlreiche Gelegenheiten für intensive fotografische Arbeit.


Besonders häufig war ich auf den großen, sandigen Heideflächen unterwegs, die an warmen Tagen vor Leben nur so strotzten. Mehrfach konnte ich die Goldaugenspringspinne (Philaeus chrysops) beobachten und fotografieren. Die Männchen zeigen im Frühsommer eine wunderschöne schwarz-weiß-rote Färbung. Die Tiere waren nicht selten und immer auf kleinen Kiefern zu finden, wo sie sich sonnten und ihr Revier im Blick behielten. Ein weiteres Highlight waren die Östlichen Smaragdeidechsen (Lacerta viridis), die mir bei sonnigem Wetter immer wieder begegneten. Mit etwas Geduld und Rücksicht gelangen mir wieder mehrere Aufnahmen dieser beeindruckenden und vom Aussterben bedrohten Reptilien. Besonders gefreut habe ich mich zudem über eine Ringelnatter (Natrix natrix). Während frühere Begegnungen meist nur sehr kurz waren, konnte ich dieses große Exemplar in Ruhe beobachten und die Art endlich auch fotografisch festhalten.

 

Ein großer Schwerpunkt lag auch diesmal wieder auf den Heuschrecken. Die offenen, nährstoffarmen Flächen mit ihren Silbergrasfluren, Heiden und lichten Birkenbeständen bieten ideale Bedingungen für diese Tiergruppe. Über die gesamte Saison hinweg war ich immer wieder gezielt unterwegs, um verschiedene Arten zu finden und ihre unterschiedlichen Lebensräume zu dokumentieren. Auch Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) waren überall präsent – noch nie habe ich so viele fliegende Männchen gesehen wie an diesen Tagen.


Auch im September verbrachte ich noch viel Zeit in der Reicherskreuzer Heide. Die Heideblüte fiel in diesem Jahr ausgesprochen üppig aus und färbte weite Flächen in kräftige Violetttöne. Besonders eindrucksvoll waren die frühen Morgenstunden, wenn der Nebel bei Sonnenaufgang noch zwischen den Birken hing und das erste Licht langsam durch die Landschaft schob. In diesen Momenten trat weniger das einzelne Motiv in den Vordergrund, vielmehr zählte die besondere Stimmung dieser weiten, offenen Landschaften.

 

Unsere alten Truppenübungsplätze zeigten sich mir in diesem Jahr von ihrer besten Seite – als artenreiche Lebensräume und als Orte, an denen sich Naturfotografie immer wieder neu, intensiv und mit großer Freude betreiben lässt.