Riesen-Weberknechte im Ruhrpott

Als ich im Oktober für einen Auftrag durch Nordrhein-Westfalen reiste, nutzte ich die Gelegenheit, mir eine besondere Spinnenart im westlichen Ruhrgebiet anzusehen. Vor ein paar Jahren in den überregionalen Medien als "Riesen-Spinnen" bezeichnet, hat sich der Trubel um diese harmlosen Weberknechte inzwischen weitestgehend gelegt. Es handelt sich um eine noch nicht lange bekannte, eingeschleppte Art der Gattung "Leiobunum", welche erstmals 2004 in den Niederlanden entdeckt wurde und seitdem auch große Teile Westdeutschlands besiedelt hat. Da ihre Herkunft bis heute nicht geklärt ist (man vermutet Nordafrika), hat die Art noch keinen richtigen Namen erhalten und man bezeichnet sie provisorisch als "Leiobunum spec. A". Trotz ihrer bis zu 18 Zentimetern Beinspannweite wirkt sie mit ihrem nur 5-6 Millimeter großen Körper alles andere als bedrohlich. Besonders auffallend sind die Gruppenansammlungen von bis zu mehreren hundert Tieren, die bei Störung gleichmäßig auf und ab wippen. Mir begegneten in den zwei Tagen, an denen ich zahlreiche bekannte Vorkommen an Industriegebäuden, unter Autobahnbrücken, in Burgruinen oder in Eisenbahntunneln besuchte, viele Exemplare dieser Art. Leider waren die typischen Massenansammlungen aber bereits aufgelöst und ich fand nur noch kleine Gruppen vor.

 

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