Wiederansiedlungsprojekt Baltischer Stör

Früher waren Störe in Mitteleuropa weit verbeitet und wurden regelmäßig gefangen. Meist handelte es sich dabei um den Europäischen Stör (Acipenser sturio), der in Deutschland, von der Nordsee kommend, vor allem in Rhein, Elbe und Weser ablaichte. Dort ist dieser jedoch durch Verbauung und Verschmutzung der Flüsse, sowie durch Überfischung mittlerweile ausgestorben. Während sich der Europäische Stör heutzutage nur noch in der französischen Gironde vermehrt, wurden Störe im Bereich der Ostsee zuletzt im Jahre 1996 in Estland nachgewiesen. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Stör-Populationen in der Ostsee und ihren Zuflüssen nicht vom Europäischen Stör, sondern vom Atlantischen Stör (Acipenser oxyrinchus) gebildet wurden. Der Europäische Stör befand sich dort bereits vor 1.200 bis 800 Jahren auf dem Rückzug, da er nicht so kältetolerant ist wie sein nordamerikanischer Verwandter.

Um den Baltischen Stör, wie der Atlantische Stör auch genannt wird, wieder in der Ostsee und ihren Zuflüssen anzusiedeln, wird die Art seit rund zehn Jahren nachgezüchtet und in die Oder ausgewildert. Der Elterntierbestand des Nachwuchses stammt ursprünglich aus dem kanadischen Fluss St. John und lebt heute in der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Die u.a. in der Fischwirtschaft der Blumberger Mühle in der Uckermark erfolgreich nachgezüchteten und im Nationalpark Unteres Odertal ausgesetzten Baltischen Störe wandern die Oder hinab in Richtung Ostsee. Mit rund 15 Jahren werden die Tiere geschlechtsreif, so dass Artenschützer hoffnungsvoll erwarten, dass ungefähr ab dem Jahr 2021 die ersten Störe wieder zum Laichen die Oder hinauf wandern.



Mit freundlicher Unterstützung durch die Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., dem NABU Erlebniszentrum Blumberger Mühle, der Fischerei Gensch und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)