Zu Besuch bei Kohlröschen & Co.

Wie bereits im letzten Jahr war ich im Sommer einige Tage in den Alpen unterwegs auf der Suche nach einigen besonderen Orchideen (Link). Ich wollte einige besondere Kohlröschen finden, die es nur an wenigen Stellen in den Alpen gibt. Da es sich bislang um ein eher frühes Orchideenjahr gehandelt hatte, war ich jedoch unsicher, ob alles so klappte wie gewünscht, oder ob einige Arten schon verblüht waren.


Mein erstes Ziel war der der Schafberg im Salzkammergut, der unter Orchideenkennern sehr bekannt ist für das große Vorkommen des Steirischen Kohlröschens (Nigritella stiriaca). Hier war ich bereits im Jahr 2004 schon einmal, so dass ich die genauen Fundorte am Berg noch gut in Erinnerung hatte. Den Höhenunterschied vom Wolfgangsee auf 548 m üNN aus bis zur Gipfelstation auf 1782 m üNN überwindet man meist mit der alten Zahnradbahn, mit der man schon auf dem Weg nach oben die ersten Orchideen wie Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra), Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens), Mücken-Handelwurz (Gymnadenia conopsea) und Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) aus dem Wagon heraus sehen kann. Sobald man oben aus dem Wald heraus kommt, fliegen an vielen Stellen Apollofalter (Parnassius apollo) herum. Das Steirische Kohlröschen war bereits sehr weit abgeblüht, jedoch fanden sich auch noch ein paar frische Pflanzen.


Ein weiterer von mir besuchter Fundort war die Tauplitzalm in der Steiermark, auf der ich bereits im Jahr 2006 schon einmal unterwegs war. Obwohl die meisten Orchideenfreunde hierhin kommen, um das Erzherzog-Johann-Kohlröschen (Nigritella archiducis-joannis) zu sehen, hatte ich es aufgrund des frühen Reisezeitpunktes vor allem auf das Rote Kohlröschen (Nigritella rubra) und das Widders-Kohlröschen (Nigritella widderi) abgesehen, welche ich auch relativ schnell entdecken konnte. Auch die Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) und die Weiße Höswurz (Pseudorchis albida) waren als Alpenorchideen reich vertreten. Zu meiner Überraschung fand sich sogar ein Einzelexemplar des Lappländischen Knabenkrautes (Dactylorhiza lapponica) an einem steilen Hang.


Da sich wetterbedingt eine weitere Kohlröschenexkursion nicht lohnte, ging es für mich anschließend nach Bayern zurück, wo ich die restliche Zeit bei Passau Fundorte der Bugac-Stendelwurz (Epipactis bugacensis) aufsuchen wollte. Diese recht unscheinbare Stendelwurz wächst bevorzugt in den Uferbereichen größerer Flüsse und wurde in Deutschland erst im Jahr 2002 erstmals nachgewiesen. Ich fand sie teilweise direkt an der Uferpromenade unterhalb der Universität in zahlreichen Exemplaren, jedoch waren nur wenige Pflanzen fotogen, frei von Blattläusen und ohne Trockenschäden. Aber einige Pflanzen waren noch ansehnlich und ich konnte auch diese Art endlich mit guten Bildern in mein Archiv aufnehmen.
 

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