Auf der Suche nach dem Goldschuh

Die erste größere Orchideentour in diesem Jahr führte mich endlich wieder einmal in den Norden Bayerns. Ende Mai hatte ich für einige Tage Zeit, mich auf die Suche nach einer ganz besonderen Pflanze zu machen: dem Goldschuh. In den über 20 Jahren, in denen ich mich nun mit heimischen Orchideen beschäftige, habe ich diese noch nie gesehen. Der Goldschuh ist eine Farbspielart des allgemein bekannten Frauenschuhs (Cypripedium calceolus) und nur sehr selten zu finden. Dank guter Recherche und netter Kollegen erfuhr von vier Orten im frauenschuhreichen Norden Bayerns, an denen die Chancen gut stehen, fündig zu werden. Und tatsächlich: An zwei von drei Stellen, die ich untersuchen konnte, wurde ich fündig. Inmitten der größten Frauenschuhvorkommen, die ich je gesehen habe, fand ich den Goldschuh einmal mit neun und einmal mit elf verschiedenen Exemplaren. Durch die enorme Anzahl von Frauenschuhen ließen sich hier auch zahlreiche Bestäubungsvorgänge durch Wildbienen beobachten und fotografieren, die vorher in die Kesselfalle gefallen waren. Das hatte ich schon einige Jahre nicht mehr gesehen. Beeindruckend waren auch die großen Vorkommen zahlreicher andere Orchideenarten, wie Weißes Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), Schwertblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia), Großes Zweiblatt (Listera ovata) und Nestwurz (Neottia nidus-avis).

 

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