Auf Orchideensuche im Alpenvorland

Lange ist es her, dass ich auf der Suche nach Orchideen Richtung Alpen aufgebrochen bin. Dieses Jahr war es endlich wieder soweit und ich hatte mir vorgenommen, auf dem Weg dorthin im bayerischen Alpenvorland nach zwei besonders seltenen Orchideenarten zu schauen.


Das erste Ziel meiner Reise war ein Hangquellmoor südlich des Starnberger Sees, bei dem ich bereits vor zehn Jahren einmal war. Hier blühen Mitte Juli große Mengen der Sommer-Drehwurz (Spiranthes aestivalis), eine der seltensten Orchideenarten Mitteleuropas. Nach Auskunft befreundeter Orchideenkollegen sollen hier jährlich rund 1.000 Pflanzen blühen! Neben der Sommer-Drehwurz, die übrigens auch die Orchidee des Jahres 2016 ist, waren auch einige Tierarten besonders spektakulär: Neben den seltenen Moorfaltern Blaukernauge (Minois dryas) und Großes Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia), die über den feuchten Hang flogen, überraschte mich auch das größere Vorkommen der Sumpfgrille (Pteronemobius heydenii), die ich hier zum ersten Mal hörte. Auch ein paar Exemplare der Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und der Dichtblütigen Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea subsp. densiflora) standen noch zum Teil in Blüte.


Meine zweite bayerische Wunschorchidee bei dieser Tour war die Sumpf-Weichwurz (Hammarbya paludosa). Eine sehr schwer zu findende Moororchidee, die nur ca. zehn Zentimeter groß wird und dabei immer an den nassesten Stellen von Schwingrasen wächst. Dank der guten ortskundigen Begleitung durch Dieter Gschwend von der Regionalgruppe Allgäu des Arbeitskreises Heimische Orchideen (AHO) Bayern fanden sich recht schnell rund 30 Exemplare in einem wunderschönen Moor im Allgäu. Da ich meine Modelle gerne aus tiefen Perspektiven fotografiere, wurde es eine sehr nasse Angelegenheit für mich - es war mir egal: Ich hatte eine Orchideenart fotografiert, die ich seit vielen Jahren mal wieder finden wollte.

 

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