Kleine Kobolde auf Sendung

Dass es neben vielen Zugvogelarten auch Fledermäuse gibt die ein Zugverhalten aufweisen, ist weitestgehend unbekannt. Anders als Kraniche, Störche oder große Gänsetrupps findet der Zug von Rauhautfledermäusen (Pipistrellus nathusii), Kleinen Abendseglern (Nyctalus leisleri) und Zweifarbfledermäusen (Vespertilio murinus) in der Nacht und unbemerkt statt. Doch auch diese kleinen Tiere ziehen Hunderte Kilometer durch Mitteleuropa. Da dabei die Gefahren, beispielsweise durch Windräder, kaum in voller Auswirkung bekannt sind, ist es nötig, hier Grundlagenwissen zu schaffen.

 

Ein Pilotprojekt, das mehr Wissen über die wanderfreudige Rauhautfledermaus liefern sollte, startete Ende August im Nationalpark Unteres Odertal. Es ging um die Besenderung von Rauhautfledermäusen, die anschließend mithilfe der vielen, im gesamten Land verteilten, deutschen Funkamateure geortet werden sollten. Ziel war es, dadurch die Zugstrecke der Fledermäuse nachverfolgen und anhand dieser Ergebnisse geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen zu können.

Es waren zwei aufregende und lange Nächte, in denen viele unterschiedliche Fledermausarten in den Fangnetzen landeten. Eine willkommene Chance für mich, meine Artenkenntnis in Sachen Fledermäuse zu verbessern. Wann hat man schon einmal alle unsere drei Pipistrellus-Arten (Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus, Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus und Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii) auf einmal vor Augen?

 

Ein großer Dank gilt dem Nationalpark Unteres Odertal (Dirk Treichel), dem Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. (Kathleen Kuhring & Robert Drangusch), der Landesreferenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt (Bernd Ohlendorf) und Jörn Horn von Fledermausschutz Uckermark für die Möglichkeit, dabei gewesen sein zu dürfen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0