Kleiner Besuch beim Großen Mausohr

Im August ging für mich ein großer Wunsch in Erfüllung: Nachdem ich in den letzten Jahren bereits mehrfach Fledermäuse im Rahmen von Winterquartierkontrollen ablichten durfte, konnte ich nun in einer Wochenstube vom Großen Mausohr (Myotis myotis) fotografieren.

 

Anfang August bekam ich nach vielen Telefonaten die Möglichkeit, im Osten Deutschlands (ich verzichte bewusst auf eine genaue Ortsangabe!) eine beachtliche Mausohrwochenstube zu besuchen. Sie befindet sich in einem alten, leer stehenden Gebäude aus dem 13. Jahrhundert und gehört mit bis zu über 1.000 Tieren zu den größten Wochenstuben des Großen Mausohres in Deutschland.

 

Obwohl von Anfang an klar war, dass ich mich störungsbedingt nicht lange dort aufhalten kann, schreckte mich die lange Anfahrt dorthin nicht ab. Im Ort angekommen, konnte ich bereits von der Straße aus die Laute der zahlreichen Fledermäuse im Dachstuhl des Gebäudes hören. Dank tatkräftiger Unterstützung des örtlichen Fledermausbetreuers, ging es mit einsatzbereiter Kameratechnik vom Dachboden aus die steile Leiter hinauf bis in die Kolonie. Auf einer eingezogenen Zwischendecke im Fledermauskot stehend und von den Fledermäusen über mir mit einer warmen „Willkommensdusche“ begrüßt, ging es ans Fotografieren. Bereits nach zehn Minuten hieß es „wieder einpacken“, um Ruhe in die Kolonie einkehren zu lassen. Es war ein faszinierendes Erlebnis (auch akustisch) direkt bei den Mausohren zu Besuch zu sein, einen Einblick in ihre Kinderstube zu bekommen und sie fotografisch festhalten zu dürfen.

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