Bei Kreuzotter, Fetthennen-Bläuling & Co.

Anfang Mai nutzte ich das verlängerte Wochenende für einen kleinen Fototrip nach Thüringen und Nordbayern. Ich wollte einige besonders seltene Arten fotografieren, welche bereits länger auf meiner Wunschliste standen. Mein erstes Ziel befand sich im Oberen Saaletal bei Burgk, wo ich auf der Suche nach einem früh fliegenden Falter war, den es bei mir in Berlin/Brandenburg gar nicht gibt. Es handelt sich um den Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion), der hier im Bereich steiler Felshänge einen seiner deutschen Verbreitungsschwerpunkte hat. Aufgrund des diesjährigen Witterungsverlaufes war mir bewusst, dass ich möglicherweise etwas zur früh vor Ort bin. An dem Tag herrschte auch kein gutes Flugwetter, so dass es eine ganze Weile dauerte, bis ich fündig wurde. Zum Schluss fand ich jedoch einen ruhenden Falter in der steilen Felsenvegetation und einige Eier auf den Blätter der Hauptfutterpflanze der Raupe, der Großen Fetthenne (Hylotelephium telephium). Das nächste Ziel des Tages war das Fichtelgebirge, wo ich mich mit den netten Kollegen Thomas Marth (www.thomasmarth.blogspot.com) und Hannes Küspert traf, um mir eine kleine Höhle in der Umgebung von Wundsiedel anzuschauen. Nachdem ich bereits im Februar die in Deutschland seltene Krauss' Höhlenschrecke (Troglophilus neglectus) in einem künstlich angelegten Stollensystem in Sachsen anschauen konnte, freute es mich, die Art nun auch mal in einer natürlichen Marmorhöhle zu sehen. Anders als im Februar waren die Höhlenschrecken nicht mehr tief im Berg am Überwintern, sondern hielten sich nun alle am Höhlenausgang auf. Den Rest des Tages suchten wir noch vergeblich nach Bruten des Rauhfuß- und Sperlingskauzes.

 

Der nächste Tag begann, so wie ich es gehofft hatte, sehr sonnig. Das erste Ziel sollte ein Steinbruch sein, in dem mir, bei passendem Wetter, einige Kreuzottern (Vipera berus) versprochen wurden. Nach einer langen Suche entdeckten wir endlich zwei wunderschöne braune Exemplare, die zusammengerollt auf dem Moos die ersten Sonnenstrahlen zum Aufwärmen nutzten und noch recht träge waren. Danke der Hilfe von Thomas Marth, der mir das Motiv abschattete, gelangen mir endlich Bilder dieser wunderschönen Schlangenart. Nachdem sie im Kasten waren, ging es zügig zurück zum Auto, um endlich das beabsichtigte Hauptmotiv der ganzen Tour aufzusuchen. Nach vielen Jahren wollte ich endlich die großen bayerischen Vorkommen des Holunder-Knabenkrautes (Dactylorhiza sambucina) sehen. Eine Art, die ich zwar vor vielen Jahren bereits in Hessen und Rheinland-Pfalz gesehen habe, die dort jedoch nur in der gelben Farbvariante vorkommt. Im Frankenwald jedoch finden sich ganz typisch gelbe und rote Pflanzen gemischt in den Populationen. Ich besuchte mehrere Stellen, an denen die Art bereits in guter Blüte stand. Leider fanden sich auf der bekannteren Bergwiese jedoch auch ein paar Grablöcher von Menschen, die die Population trotz Verbot geplündert haben. Aufgrund der geringen Größe und der üppigen Begleitvegetation war es schwierig, schöne Bilder zu machen. Am Ende des Tages konnte ich jedoch zufrieden den Heimweg antreten.

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